Alle Hände voll zu tun.

Pässe ausstellen, An- und Ummeldungen vornehmen, Fragen am Bürgertelefon beantworten, Bußgeldbescheide verschicken, Autos zulassen, Steuererklärungen prüfen, Wasserstraßen befahrbar halten, Unterhaltsfragen klären, Geburtsurkunden ausstellen, Eheschließungen – und gern auch mal mehreres gleichzeitig. Die Aufgaben von Verwaltungsfachangestellten sind so vielfältig wie ihre Einsatzgebiete in Bürger-, Gesundheits-, Ordnungs-, Jugend- oder Standesämtern. Gemeinsam ist den Multitaskern eines: Sie haben alle Hände voll zu tun, manchmal zehn Stunden am Tag. Und das unter Druck: Durch den chronischen Personalmangel im öffentlichen Dienst staut sich einiges auf, und nicht alle Kund*innen bleiben dann gelassen.

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Digitalisierung zur Humanisierung der Arbeitsplätze nutzen.

Neben der Arbeitsbelastung ist die Digitalisierung ein großes Thema für die Kolleg*innen. Der Begriff E-Government bezeichnet längst nicht mehr nur elektronischen Service für Bürger*innen, sondern auch die Digitalisierung verwaltungsinterner Abläufe. In der Wissenschaft gibt es Szenarien, wonach über 40 Prozent der Jobs in den Verwaltungen durch E-Government bedroht sind. Unbestritten, die Verwaltungen werden sich verändern. Unsere Chance besteht darin, als starke Gewerkschaft Arbeitsplätze zu sichern. Wir wollen die Digitalisierung der Verwaltung nutzen, um die Kolleg*innen zu entlasten.

Verwaltungsbeschäftigte in Corona-Zeiten: Arbeiten am Limit.

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Kontaktlisten abarbeiten, Infektionsketten durchbrechen, Entwarnung geben, Menschen in Quarantäne schicken – die Corona-Krise hat speziell den Kolleg*innen in den Gesundheitsämtern immense Verantwortung und neue Herausforderungen eingebracht.

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Das Kontaktpersonen-Management bindet Personal und führt viele Mitarbeiter*innen, die im Mehrschichtbetrieb bis zu zehn Stunden am Tag telefonieren müssen, an ihre Belastungsgrenze. Zumal sie nicht nur Anerkennung, sondern auch Anfeindungen erfahren.

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Erschwerend kommen die ständig wechselnden Vorgaben der Politik hinzu, etwa geänderte Verordnungen zur Teststrategie, die von Freitag auf Montag umgesetzt werden sollen. Ein Kraftakt.

Der Faktor Arbeitsplatz-Attraktivität.

Betrachtet man die allgemeine Situation am Arbeitsmarkt und die demografische Entwicklung, wird klar: Jede Kommune steht in einem heftigen Wettbewerb um Fachkräfte. Junge Leute, die die Schulen verlassen, entscheiden sich oft gegen eine Arbeit im öffentlichen Dienst. Auch deswegen ist es wichtig, mit spürbaren Tariferhöhungen attraktivere Bedingungen zu schaffen.

Punkten kann der öffentliche Dienst mit den verbesserten Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten, die die Gewerkschaften in den letzten Jahren durchgesetzt haben. In diese Richtung gilt es weiterzudenken: Laut DAK Report 2019 steht die öffentliche Verwaltung immer noch an der Spitze aller Branchen, was Fehltage durch psychische Belastungen angeht. Deshalb fordert ver.di den massiven Ausbau des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für Bürobeschäftigte. Jeder kann uns bei diesen Forderungen mit einem starken Statement unterstützen und so den öffentlichen Arbeitgebern klarmachen, wie wichtig wir sind, um den Laden am Laufen zu halten. Hier geht es zum Statement-Generator.

Statement Verwaltung
© ver.di

Es kann nicht angehen, dass die Kolleg*innen sich als Getriebene der technischen Entwicklung fühlen. Dass sie nach Feierabend noch vom privaten Tablet aus Terminabsprachen treffen oder Dokumente an Kund*innen verschicken. Vielmehr müssen sie als Expert*innen ihrer eigenen Arbeitsabläufe hinzugezogen werden, wenn die Neugestaltung von Prozessen definiert wird.

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Was ver.di tun kann

Was ver.di tun kann

troed2020, Sparkassen
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Neben höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen fordert ver.di auch eine grundlegende Änderung des Qualifizierungssystems in der Verwaltung. Fortbildungen zum*r Verwaltungsfachwirt*in müssen bundesweit anerkannt werden, und alle Beschäftigten brauchen gesicherte Verfügungstage für ihre Fort- und Weiterbildung. Qualifizierung darf nicht vom guten Willen der Chefetage abhängen.

Zur besseren Arbeitszeit-Gestaltung setzt sich ver.di für ein professionelles online-gestütztes Terminmanagement ein. Durch die Steuerung von Besuchen von Bürger*innen können Freiräume geschaffen werden. Ziel muss es sein, die Arbeit gut mit dem Privat- und Familienleben vereinbaren zu können und darüber hinaus noch ausreichend Möglichkeiten für Qualifizierungen oder Teambesprechungen zu schaffen.

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Welche Forderungen wurden schon erreicht?

troed2020, Sparkassen
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In der Tarifrunde 2018 wurde die Entgelttabelle erneuert. Den Beschäftigten in der Verwaltung brachte das mehr Gerechtigkeit.

In drei Stufen gab es außerdem eine kräftige Lohnerhöhung von insgesamt 7,5 Prozent.

Eine reguläre Verwaltungsbeschäftigte mit der Entgeltgruppe EG5 (Stufe 4) verdiente bei Einführung des TVöD 2005 noch 2065 Euro. Heute, 2020, sind es 2900,74 Euro im Monat. Eine Teamleitung in der Entgeltgruppe EG9b verdient 3874 Euro.

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Welche Ziele hat die aktuelle Tarifrunde?

troed2020, Sparkassen,
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Die Tarifrunde 2020 hat für alle 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und kommunalen Arbeitgeber ein gemeinsames Ziel: Mehr Geld und Entlastung. Wir blicken auf ein hartes Jahr zurück, indem viele an ihre Grenzen gegangen sind – und darüber hinaus. Das soll jetzt entlohnt werden.

Die Forderungen:

Erhöhung der Entgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr bei einer Laufzeit von 12 Monaten
Die Vergütung der Auszubildenden soll um 100 Euro erhöht werden

Erwartungen an die Arbeitgeber richten sich zusätzlich auf:

Die bestehenden Altersteilzeitregelungen sollen verlängert und verbessert werden
Die Arbeitszeit im Osten soll an die im Westen angeglichen werden
Zusätzliche freie Tage, um die Beschäftigten zu entlasten
Verlängerung der Vorschrift zur Übernahme der Auszubildenden
Übernahme der Fahrtkosten in Höhe des monatlichen ÖPNV-Tickets

Wir müssen viele sein!

Für die Verwaltung der Zukunft gibt es einiges anzupacken. Wir wollen eine attraktive Verwaltung, die nach außen hin einen guten Ruf als Arbeitgeberin hat und nach innen eine hohe Arbeitszufriedenheit schafft. Wir machen uns dafür stark, die Digitalisierung zu nutzen, um die Humanisierung der Arbeitswelt voranzubringen.

Diese Forderungen wollen wir in den nächsten Jahren umsetzen. Das geht aber nicht allein. Dazu müssen wir viele in der Gewerkschaft sein. Und dazu brauchen wir auch dich. Du bist unverzichtbar. Jetzt Mitglied werden!