Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2020

Interview mit ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler

Pflege und Gesundheitsbereich: "Ziemlich respektables Ergebnis"

ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler freut sich, dass es in dieser Tarifrunde gelungen ist, die Beschäftigten im Gesundheitswesen und in der Pflege nach vorne zu stellen. Sie bekommen zusätzlich zu den vereinbarten Tariferhöhungen für alle Beschäftigten noch erhöhte Zulagen, so dass sie auf ein Plus von bis zu 300 Euro im Monat kommen können. Bühler, die im ver.di-Bundesvorstand unter anderem für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und in der Pflege zuständig ist, ist gerührt von der Solidarität, mit der auch die Kolleg*innen aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes für die Verbesserungen in der Pflege gekämpft haben.

Allerdings sagt sie auch, dass mit diesem Abschluss längst nicht alles gut ist in der Pflege. Aus Rückmeldungen weiß sie, dass einige Kolleg*innen mehr erwartet hätten. „Aber auch in Zeiten wie diesen rücken die Arbeitgeber nichts freiwillig raus“, sagt sie. ver.di werde weiter kämpfen, auch für Entlastung und mehr Personal. Doch das sei in Kampf, den ver.di auf der politischen Ebene führen wolle.
Auch schmerzt es sie, dass ver.di im Rettungsdienst keine Arbeitszeitverkürzung durchsetzen konnte. Auf die ver.di-Forderung nach einer Wochenarbeitszeit von 45 statt 48 Stunden hätten die Arbeitgeber mit einer Gegenforderung nach 24-Stunden-Schichten reagiert. Doch die konnte ver.di abwenden. „Wir kämpfen weiter für euch“, versprach sie. Insgesamt sei der Abschluss ein „ziemlich respektables Ergebnis für alle“.