Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2020

Tanja Ottersbach, freigestellte Personalrätin, Stadt Mülheim …

Tanja Ottersbach

Als gelernte Verwaltungsfachwirtin habe ich viele Jahre im Dezernat für Umwelt, Bauen und Planen gearbeitet. In dem Dezernat ist das Personal unter anderem zuständig für Bauordnungen, Umweltangelegenheiten, Katasterfragen, Tiefbau und das Friedhofsmanagement. Seit einem Jahr bin ich freigestellte Personalrätin.

In unserer Verwaltung konnte erreicht werden, dass niemand in die Kurzarbeit gehen musste. Alles muss weiter funktionieren. Es müssen weiterhin Beerdigungen stattfinden können, Trauungen, die Menschen brauchen ihre Sozialleistungen oder müssen sich beim Einwohnermeldeamt ummelden können. Wegen Corona wurden meine Kolleginnen und Kollegen allerdings so weit es möglich war ins Homeoffice geschickt und haben in Schichten gearbeitet, damit weniger Menschen gleichzeitig im Büro sein mussten. Das zu regeln, ist unsere Aufgabe als Personalrat, damit das Tagesgeschäft weiterlaufen kann. Dafür haben wir Ideen entwickelt und mitbestimmt.

„Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf, weiter heiraten zu können, Angehörige zu beerdigen, zu bauen oder die ihnen zustehenden Sozialleistungen zum Leben zu erhalten. Das ist systemrelevant. Wir halten den Laden am Laufen. Da fordern wir auch eine entsprechende Anerkennung in der Tarifrunde.“

Tanja Ottersbach

Vielerorts mussten auch sogenannte Spuckschutzwände aufgestellt werden, im Servicecenter, im Sozialamt, im Bürgeramt, im Ausländeramt und in den Schulsekretariaten. Masken mussten verteilt werden. Personal musste umgesetzt werden, wo plötzlich mehr Leute gebraucht wurden.
Speziell das Gesundheitsamt musste über Nacht Diagnosezentren aus dem Boden stampfen, dafür wurden Leute gebraucht, auch für die Nachverfolgung von Ansteckungsketten. Bei der Umsetzung des Personals wurden wir beteiligt.

All dies sind zusätzliche Aufgaben zu unserem Tagesgeschäft, das sich beispielsweise um Personaleinstellungen, Abmahnungen, Organisationsmaßnahmen, neue Technik und Stellenbesetzungen dreht. Für die Beschäftigten sind wir auch Seelentröster, damit die Arbeit in schwierigen Zeiten und Situationen weiterlaufen kann.

Meine Kolleginnen und Kollegen im Personalrat und ich sind als Unterstützer unentbehrlich, denn das Personal in der Verwaltung hat wie jeder andere Mensch auch Ängste und Nöte. Wir helfen, damit die Arbeit in der Verwaltung gemacht werden kann, jetzt in der Corona-Krise und auch sonst.
Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf, weiter heiraten zu können, Angehörige zu beerdigen, zu bauen oder die ihnen zustehenden Sozialleistungen zum Leben zu erhalten. Das ist systemrelevant. Wir halten den Laden am Laufen. Da fordern wir auch eine entsprechende Anerkennung in der Tarifrunde.