Tarif- und Besoldungsrunde 2021 für die Beschäftigten der Länder

Arbeitsvorgang: Die Kampfansage der TdL

Arbeitsvorgang: Die Kampfansage der TdL

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) will den Arbeitsvorgang zum Kernthema der Tarif- und Besoldungsrunde machen. Die Arbeitgeber erwarten Zugeständnisse, die nichts Anderes bedeuten, als dass die Axt an die bisherigen Regelungen der Eingruppierung von Beschäftigten gelegt wird.

 

 

Arbeitgeber wollen Beschäftigten ans Geld

Was so nüchtern und technisch daherkommt, ist tatsächlich das Herzstück der Eingruppierung. Und das greifen die Arbeitgeber jetzt an, wohl wissend, dass sie damit langfristig und nachhaltig Geld auf Kosten der Beschäftigten einsparen können.

Dabei haben wir mit dem Arbeitsvorgang eine klare und verlässliche Regelung geschaffen, an der sich schon seit mehr als vier Jahrzehnten Personalrätinnen und Personalräte wie Personalstellen gleichermaßen orientieren können und der vor allem für die unteren Entgeltgruppen eine hohe Bedeutung hat. Der Arbeitsvorgang ist die Grundlage der Arbeitsplatzbewertung und damit von zentraler Bedeutung für die Eingruppierung der Beschäftigten.

Die Architektur des Arbeitsvorgangs ermöglicht es auch, die Eingruppierung der Beschäftigten der voranschreitenden Modernisierung der Arbeitsorganisation im öffentlichen Dienst anzupassen und das ist das, was wir brauchen für die Zukunft!

Bewährte Strukturen ohne Not in Gefahr

Denken wir hier nur an die ganzheitliche Aufgabenerledigung in den Serviceeinheiten der Gerichte und Staatsanwaltschaften. Anders als noch vor wenigen Jahren, als verschiedene Tätigkeiten mehreren Beschäftigten übertragen wurden, ist es heute so, dass die Aufgaben zusammengefasst und wenigen Beschäftigten übertragen werden: Alle anfallenden Aufgaben vom Eingang der Akte bis zu ihrem Abschluss dienen einem Arbeitsergebnis, der zügigen und einheitlichen Aktenbearbeitung. Daraus entstehen natürlich schlankere Arbeitsprozesse, werden Synergien gehoben, wie es neudeutsch heißt, und damit ganz im Sinne der Arbeitgeber ist. Sie nehmen das gerne und dankend mit – ohne die veränderte Arbeit gerecht und tarifkonform bezahlen zu wollen!

Angriff gemeinsam abwehren!

Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Arbeitgeber alles, was wir über Jahre entwickelt haben, um zu einer angemessenen Eingruppierung zu kommen, jetzt in Frage stellen. Wenn wir uns darauf einlassen, sind Herabgruppierungen und Einstellungen in niedrigere Entgeltgruppen die absehbare Folge. Deswegen gibt es auf dieses abenteuerliche Ansinnen nur eine Antwort: Das kommt überhaupt nicht in Frage!

Wir müssen uns gegen jede Form der Schlechterstellung von Beschäftigten stemmen. Das schaffen wir nur gemeinsam!

In einem Video haben wir anschaulich und mit mehreren Beispielen dargestellt, was hinter dem Arbeitsvorgang steckt und in der Tarif- und Besoldungsrunde auf dem Spiel steht:
 

 

Wer es ganz genau wissen will und nicht vor komplizierteren Sachverhalten zurückschreckt, kann sich in vier Minuten über die Hintergründe informieren: über Entgeltordnung, Tätigkeitmerkmale, Arbeitsleistungen….

 

 

Und hier gibt es beide - Theorie- und Praxisteil - am Stück.

 

 

Ihr wollt noch mehr Praxisbeispiele zum Arbeitsvorgang? Bekommt ihr. Wir schauen uns das mal bei Kraftfahrern vom Straßenverkehrsdienst, bei Theatertontechniker*innen und bei Kranken- und Gesundheitspfleger*innen an. Los geht's.