Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2020

FAQ Sozial- und Erziehungsdienste

FAQ Sozial- und Erziehungsdienste

Mit der vorliegenden Tarifeinigung ist eine deutliche soziale Komponente der unteren Einkommensgruppen verbunden. Das ist wichtig für viele Beschäftigte unterschiedlicher Berufe und Tätigkeiten bei Bund und Kommunen, so z. B. den Beschäftigten in den Poststellen, bei der Stadtreinigung und in den Grünflächenämtern. Aber nicht nur dort, sondern auch im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) haben wir zahlreiche Kolleg*innen in den S-Tabellen und den klassischen Entgeltgruppen, die von dieser sozialen Komponente profitieren wie z.B. Kinderpfleger*innen, Sozialassistent*innen und unsere Kolleginnen in den Küchen- und Servicebereichen bzw. im hauswirtschaftlichen Dienst. 
Diese soziale Komponente ist in der gestaffelten Corona-Prämie, dem Mindestbetrag in Höhe von 50 Euro bei der ersten Einkommenssteigerung am 1.4.2021 und bei der Erhöhung der Jahressonderzahlung zu finden. Mehr dazu in den nachfolgenden Abschnitten.

  • Corona-Prämie in 2020: brutto gleich netto?

    In 2020 gibt es für alle Beschäftigten im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes die nach Entgeltgruppen gestaffelte Corona-Prämie: 600 Euro für die Entgeltgruppen S 2 bis S 8b, 400 Euro für die Entgeltgruppen S 9 bis S 18 - sie ist steuer- und abgabefrei.

    Teilzeitbeschäftigte erhalten die Corona-Prämie anteilig.

  • Warum erhalten Beschäftigte in der EG S 9 eine geringere Corona-Prämie als in der EG S 8b?

    Insgesamt waren die Verhandlungen mit den Arbeitgebern zur Tarifeinigung für die Tarifrunde 2020 schwierig. Mit Blick auf alle Beschäftigten im Bereich der kommunalen Verwaltungen überwiegt die positive Wirkung der sozialen Komponente. Jedoch wirkt sich die unterschiedliche Staffelung der Corona-Prämie direkt auf die Beschäftigten in der EG S 8b (600 Euro) und der EG S 9 (400 Euro) aus.
    Mit der Aufwertungsrunde im Jahr 2015 war es uns gelungen, die Eingruppierung in die EG S 9 für herausgehobene Anforderungen zu öffnen. Aber zu einer weitergehenden finanziellen Unterscheidung, außer bei den Stufenlaufzeiten, waren die Arbeitgeber damals nicht bereit. Dies wirkt nun in der Tarifeinigung nach, denn auch hier waren die Arbeitgeber in den Verhandlungen leider zu keinen weiteren „Zugeständnissen“, z. B. die Staffelung in die nächsthöheren Entgeltgruppen zu verschieben, bereit. Nur durch die Verschiebung der Staffelung auf die höheren Entgeltgruppen für alle Beschäftigten hätte es gelingen können, die unterschiedliche Höhe der Corona-Sonderzahlung für die EG S 8b und die EG S 9 auszuschließen. Eine Sonderregelung für den Sozial- und Erziehungsdienst war nicht möglich.

  • Wie wirken sich die Entgelterhöhungen aus?

    Einkommenssteigerung ab 1.4.2021


    Die allgemeinen Regelungen zur Entgelterhöhung mit sozialer Komponente 1,4 Prozent, mindestens aber 50 €uro, wirken sich besonders auf die unteren Einkommensgruppen aus.


    In der Eingruppierung des Sozial- und Erziehungsdienstes wird mit dem Mindestbetrag eine Wirkung bis zur Entgeltgruppe S 16 Stufe 1 erreicht. Zum 1.4.2022 erfolgt eine weitere Erhöhung um 1,8 Prozent. Diese Regelungen haben eine Laufzeit bis zum 31.12.2022.

  • Gilt die Ost-Westangleichung auch für den Sozial- und Erziehungsdienst?

    Die 
Ost-Westangleichung gilt auch für den Sozial- und Erziehungsdienst im Bereich der Arbeitszeit und der Jahressonderzahlung. Die Beschäftigten in Ostdeutschland erhalten ab 2022 bei der Jahressonderzahlung bereits eine Erhöhung um 6 Prozent aus der schon früher vereinbarten Angleichung Ost-West. Bis zur Entgeltgruppe S 8b erfolgt eine vereinbarte zusätzliche Erhöhung in zwei Schritten: um 2 Prozent ab 2022 und 3 Prozent ab 2023. Für sie erfolgt die jetzt vereinbarte zusätzliche Erhöhung in zwei Schritten: um 2 Prozent ab 2022 und 3 Prozent ab 2023. 
Im Jahr 2023 wird dann auch eine Angleichung der Arbeitszeit Ost-West in 2023 erreicht, denn ab Januar 2022 und Januar 2023 sinkt die Arbeitszeit um jeweils eine halbe Stunde.

  • Was wurde für die Auszubildenden verhandelt?

    Alle Auszubildenden nach TVAöD, damit auch die Lernenden in praxisintegrierten Ausbildungen zur Erzieherin etc. sowie alle (Anerkennungs-)Praktikant*innen nach TVPrakt, bekommen ab dem 1. April 2021 und ab dem 1. April 2022 jeweils 25 Euro mehr. Die Regelungen zur Übernahme (§16 TVAöD) wurden verlängert.

  • Altersteilzeit

    Die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Altersteilzeit und des FALTER-Arbeitszeitmodells nach den Tarifverträgen zur Regelung flexibler Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte werden bis 31. Dezember 2022 verlängert.

  • Gibt es auch für den Sozial- und Erziehungsdienst die Möglichkeit eines Jobrades?

    Auch im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes kann Entgeltumwandlung für Fahrradleasing vereinbart werden.

  • Wie geht es mit der Aufwertungskampagne weiter?

    Aufgrund der pandemischen Situation im März dieses Jahres hat ver.di entschieden die Kampagne und Tarifrunde zur weiteren Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes vorerst zu stoppen. Klar ist: Die Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes wird fortgesetzt, wenn die Pandemie vorbei ist.