Tarif- und Besoldungsrunde 2021 für die Beschäftigten der Länder

In den Streik, auf die Straßen!

Wer nicht hören will, muss fühlen

08.11.2021 - Auch die zweite Verhandlungsrunde für die rund 1,1 Millionen Tarifbeschäftigten und 48.000 Auszubildenden der Länder ist am 02. November 2021 ohne Ergebnis zu Ende gegangen, wieder gab es kein Angebot. Die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) verweigern den Kolleg*innen Respekt und Wertschätzung, dagegen wehren wir uns, mit Streik und Druck.

Deswegen tragen wir die Auseinandersetzung jetzt auf die Straße und zeigen den Landesregierungen, dass ihre Beschäftigten unverzichtbar sind. Den Anfang hat schon das Saarland gemacht, in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg geht es weiter und am Mittwoch macht die Jugend eine große Protest-Aktion. Schwerpunkt der Streiks sind bundesweit die Unikliniken – Für den Gesundheitsbereich fordert ver.di 300 Euro mehr, aber von den Landesarbeitgebern haben die Kolleg*innen bekommen, sie seien trotz der Corona-Pandemie nicht besonders belastet, das nehmen wir nicht hin!

02.11.2021 - Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) blockiert weiterhin wie bereits beim Auftakt im Oktober sämtliche Forderungen, die ver.di zusammen mit den Beschäftigten stellt. Die TdL macht ihre Verhandlungsbereitschaft davon abhängig, die Axt an den sogenannten Arbeitsvorgang zu legen, um Eingruppierungen zu verändern und somit zu verschlechtern. Das aber ist mit ver.di nicht zu machen. Und weil ver.di hier nicht klein beigibt, lehnen die Arbeitgeber sämtliche Verhandlungsthemen ab. Weder wollen sie die Belastungen im Gesundheitswesen honorieren, einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte zulassen, noch über die ver.di-Vorschläge zum Justizbereich verhandeln. Allenfalls sind sie bereit, über die Übernahme der Auszubildenden zu reden. Ein ÖPNV-Ticket für Azubis? Auch das lehnen sie ab.

„Wir verplempern doch nicht tagelang unsere Zeit, um zu sämtlichen Forderungen der Beschäftigten ein stoisches Nein der Arbeitgeberseite zu hören. Und als trauriger Höhepunkt wird dann trotz mehrfacher Aufforderung durch ver.di kein Angebot vorgelegt. Solche Mätzchen haben die Beschäftigten nicht verdient!"

Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender

Nun werde es eine spürbare Ausweitung der Streiks geben, kündigt der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke direkt nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde an. „Wir verplempern doch nicht tagelang unsere Zeit, um zu sämtlichen Forderungen der Beschäftigten ein stoisches Nein der Arbeitgeberseite zu hören. Und als trauriger Höhepunkt wird dann trotz mehrfacher Aufforderung durch ver.di kein Angebot vorgelegt. Solche Mätzchen haben die Beschäftigten nicht verdient“, so Werneke. Wer Streiks provoziere, dürfe sich nicht wundern, wenn er sie bekomme.

Nicht einmal die Preissteigerung will die TdL ausgleichen. Die Arbeitgeber haben dazu eine verquere Vorstellung und ihre eigenen Daten zur Preisentwicklung. Die sei aus ihrer Sicht gar nicht so hoch, wie alle Wirtschaftsinstitute übereinstimmend sagen. Deshalb müsste das bei der Lohnerhöhung auch nicht berücksichtigt werden.

Klar ist nun: Ohne Streiks und sichtbare Aktionen wird es auch in der 3. Verhandlungsrunde nichts geben.